Waschnüsse
Ursprünglich im südlichen Indien beheimatet, hat sich der Waschnussbaum (Sapindus mukorossi) in den tropischen und subtropischen Regionen Asiens von Afghanistan bis China ausgebreitet. Seine Früchte, die Waschnüsse erfreuen sich seit einigen Jahren auch auf dem europäischen Markt steigender Beliebtheit.
Natürliches Saponin
Die Schalen der Nüsse enthalten bis zu 15 Prozent Saponin, jener Substanz, die in Verbindung mit Wasser einen seifenartigen Schaum bildet. Vier bis fünf Nusshälften in einem Stoffbeutel oder auch einer verknoteten Socke werden für eine Maschinenladung Wäsche benötigt: Das Saponin, das an den Bruchstellen der Nuss austritt, erzeugt eine natürliche und biologisch abbaubare Seifenlauge, die mit leichten Verschmutzungen mühelos fertig wird. Problemflecken sollten allerdings mit Gallseife vorbehandelt werden. Die Wassertemperatur entscheidet darüber, wieviel Saponin ausgeschwemmt wird: Nach der Kochwäsche sind die Schalen in der Regel ausgelaugt und sollten kompostiert werden. Nach der 40° Wäsche hingegen kann man Waschnüsse durchaus noch ein zweites oder drittes Mal verwenden. Dieser „Temperatureffekt“ sorgt auch dafür, dass man sich nicht vor Rückständen in der Wäsche fürchten muss: beim kalten Nachspülen der Wäsche tritt kein Saponin mehr aus den Nussschalen aus!
Für Haut und Haar
Allergiker und Neurodermitiker reagieren besonders sensibel auf Rückstände von Tensiden, Bleichmitteln oder Weichspüler. Durch den Einsatz von Waschnüssen kann ihnen eindrucksvoll geholfen werden: Die Wäsche wird in der Maschine sauber und gleichzeitig weich – und das ganz ohne aggressive chemische Substanzen. Es verwundert nicht, dass das Einsatzgebiet von Waschnüssen sukzessive ausgeweitet wird: Ihr Absud kommt als Spülmittel, Allzweckreiniger im Haushalt und sogar als Pflanzenschutzmittel zur Verwendung. Auch für die Haarpflege macht man sich die reinigende und pflegende Wirkung der Schalen zunutze, denn Waschnüsse beugen dem raschen Nachfetten vor. Die Haare lassen sich leicht auskämmen, erhalten einen wunderbaren Glanz und Schuppenbildung wird verhindert.
Es verwundert nach Kenntnis der Fakten auch gar nicht, dass die „Soapnuts“ einen elementaren Bestandteil der traditionellen ayurwedischen Medizin bilden.
